Die 10 wichtigsten Kräuter für die Küche

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Tipps | 15. April 2016 | Von

Ohne Kräuter fehlt dem Essen der nötige Pfiff – das gewisse „Etwas“. Damit ihr bestens ausgerüstet bist, gibt es in diesem kleinen Ratgeber eine Auflistung der zehn wichtigsten Kräuter, die in keiner Küche fehlen dürfen.

Küchenkräuter

Die wichtigsten Kräuter für die Küche

Trockene oder frische Kräuter – mach das so einen Unterschied?

Die erste Frage: sollen wir frische oder trockene Kräuter nutzen? Ich bin ganz klar für frische Kräuter und dies dürfte auch die Meinung von so ziemlich allen Köchen sein. Der geschmackliche Unterschied ist enorm und die ätherischen Öle riechen einfach besser. Doch auch Trockenkräuter haben ihren Reiz und je nach Gericht auch ihre Vorteile. Fangen wir mit der getrockneten Variante an:

Ob Rosmarin, Basilikum oder Oregano, sie alle gibt es als getrocknete Kräuter zu kaufen. Das bedeutet also, dass sie kein Wasser enthalten und damit ein intensiveres Aroma besitzen. Es ist ganz wichtig, das Kräuter in diesem Zustand luftdicht und trocken gelagert werden. Denn das Aroma verfliegt und übrig bleibt nur eine grüne Konfettimischung, die sich weniger zum Kochen eignet.

Nun zu den frischen Kräutern: Sie gehören in den Salat, in Soßen, Suppen und Marinaden. Es kommt auf die Sorte an. Oregano ist im trockenen Zustand intensiver und wird so auch gerne auf Pizzen verwendet. Petersilie zum Beispiel sollte nur frisch verzehrt werden, da sie trocken kaum Geschmack hat. Gleiches gilt für unseren beliebten Schnittlauch. Dill dagegen gibt es oft im getrockneten Zustand zu kaufen. Probiert es einfach aus und verwendet beide Versionen. Macht mal eine Tomatensoße bestehend aus passierten Tomaten, Salz, Pfeffer, etwas Zucker, Olivenöl und etwas Zitronenabrieb. Verwendet einmal getrocknetes und in einer anderen Schale frisches Basilikum. Lasst das Ganze 1 Stunde an einem kühlen Ort ziehen und probiert. Welche schmeckt euch besser?

Basilikum: Der Star unter den Küchenkräutern

Küchenkräuter Basilikum

Der Star unter den Kräutern – Basilikum.

Basilikum wird völlig zu Recht „Königskraut“ genannt. Es kommt insbesondere in der italienischen Küche zum Einsatz und ist eines der ersten Kräuter, das man als junger Hobbykoch kennenlernt. Ob auf Pizza, in Soßen oder in Pesto – Basilikum erfreut sich durch sein starkes und sehr angenehmes Aroma großer Beliebtheit. Mal im Ernst, was ist schon ein Tomaten-Mozzarella-Salat (Caprese) ohne Basilikum?

Basilikum passt zu Tomaten und Salaten, zu Fisch und Hähnchen, es kann in Olivenöl eingelegt werden und die frisch gebackene Pizza aufwerten. Kochen sollte man Basilikum jedoch nicht, da es sonst das Aroma verliert. So die Meinung vieler Experten. Trotzdem schwören einige Köche auf frisches Basilikum in ihrer warmen Tomatensoße, das bereits zu Beginn des Kochvorgangs hinzugefügt wird. Ihr erinnert euch an meinen Tipp mit der Soße oben. Für alle Hobbygärtner: Die Blütezeit von Basilikum ist von Juni bis September.

Rosmarin: ganz fantastisch zu Wild und Kartoffeln

Rosmarin würzen

Rosmarin eignet sich ideal zu Fleisch- und Wildgerichten

Der berühmte Rosmarin gehört zur Familie der Lippenblütler und ist ein Halbstrauch. Unverkennbar durch seine Nadeln und seinen intensiven Geruch, verfeinert Rosmarin seit Jahrhunderten die europäischen Küchen. Im westlichen und zentralen Mittelmeerraum findet sich Rosmarin als natürlich und wild wachsendes Gewächs. Hierzulande nutzt der heimische Gärtner Stecklinge oder aber auch Saatkörner. Rosmarin verträgt nur wenig Wasser, was seine Pflege besonders einfach macht.

Frischer Rosmarin hat ein sehr starkes Aroma, das gerne auch mal andere Geschmäcker übertrumpft. Deshalb sollte jeder Koch beim Einsatz von Rosmarin mit Bedacht vorgehen. Ganz wichtig: Die Nadeln sollten vom Strunk getrennt werden, da dieser sehr holzig und ungenießbar ist.

Rosmarin passt vor allem zu Wild- und Rindfleisch, in kräftige Soßen oder als Zusatz zu Pell-, Stampf- oder Ofenkartoffeln. In Olivenöl eingelegt, gibt er sein Aroma ab (sehr gut für Salatdressings oder für Marinaden).

Minze: für die Frische

Minze Küchenkraut

Frische Minze sorgt für reichlich Frische

Minze ist als Küchenkraut besonders zu empfehlen, da es vielseitig einsetzbar ist. Man kann es zum Verfeinern von Gerichten oder aber von einem heißen Tee oder Cocktails verwenden. Soßen verleiht Minze eine frische Note. Wunderbar schmeckt sie in Kombination mit einem scharfen Bulgur- oder Couscous-Salat. Am besten die Blätter vorher kurz mit den Händen zerreiben, damit die ätherischen Öle besser heraustreten und sich entfalten.

Estragon: spannend mit Fleisch

Estragon Kräuterkunde

Das leckere Estragon passt wunderbar zu Fleisch und Gemüse

Schon einmal Hackfleisch mit Estragon gegessen? Probiert es aus! Estragon ist ein Korbblütler und hat einen bitteren und leicht scharfen Geschmack. Das Kraut kann im frischen und getrockneten Zustand zahlreiche Speisen veredeln. Es passt wunderbar zu Lamm oder verleiht Hackfleischbällchen und Frikadellen eine spezielle Note. Ein Klassiker, bei dem Estragon zum Einsatz kommt, ist Sauce Bearnaise. Doch damit nicht genug – auch in Öl gibt Estragon seinen Geschmack ab.

Dill: ein Klassiker in Salaten und bei Fischgerichten

Dill im Essen

Dill ist Pflicht bei Graved Lachs

Was wäre Graved Lachs ohne seinen unverwechselbaren Geschmack? Oder ein knackiger Gurkensalat ohne sein süß-herbes Aroma? Ja, Dill ist aus unserer Küche einfach nicht wegzudenken. Kein Wunder, das feine Kraut – es dürfen Samen, Blüten, Blätter und Spitzen verarbeitet werden – aus der Familie der Doldenblütler verleiht Marinaden, Saucen und Fisch den letzten Schliff. Übrigens, da Dill als perfekter Begleiter von erfrischenden Gurkengerichten gilt, ist er vielerorts auch als Gurkenkraut bekannt.

Beim Kochen sollte Dill allerdings erst zum Ende der Garzeit über das Gericht gestreut werden, da sich durch zu langes Erhitzen sein Aroma verflüchtigt. Außerdem verliert er durchs Trocknen an Aroma – deshalb stets frischen Dill verwenden oder auf eingefrorenen zurückgreifen. Apropos frisch: Anbauen lässt sich Dill im Übrigen ganz einfach, sogar auf dem kleinsten Balkon. Da das Kraut ein sogenannter Tiefwurzler ist, muss der Topf oder Kasten allerdings entsprechend hoch sein. Die Erde muss stets feucht und humusreich sein und darf keinesfalls komplett austrocknen. Achtung: Staunässe vermeiden. Als direkte Beetnachbarn empfehlen sich Gurken und Möhren. Mit Fenchel, Kümmel und Gartenkresse verträgt sich Dill hingegen überhaupt nicht. Nun noch ein Plätzchen in der Sonne und los geht’s. In den Sommermonaten kann dann endlich geerntet werden.

Schnittlauch: ideal zu Rührei

Schnittlauch zum Kochen

Saftiger Schnittlauch direkt aus dem Garten

Schnittlauch ist ein echter Klassiker unter den Küchenkräutern. Wegen seines fein-würzigen Aromas passt er nämlich besonders gut zu Eiergerichten, Suppen und Saucen. Das wussten übrigens schon die alten Chinesen, die die grünen Stängelchen auch als „Juwel der Gemüsepflanzen“ bezeichneten. Allerdings verliert Schnittlauch, ähnlich wie Basilikum, beim Trocknen, Kochen oder Dünsten viel Aroma und sollte daher immer roh verzehrt werden.Überschüssige Halme einfach einfrieren. Im Anbau ist Schnittlauch relativ unkompliziert. Er benötigt lediglich ein sonniges Plätzchen mit feuchtem, lockerem Boden. Für die Aussaat empfiehlt sich der frühe April, wobei schon bestehende Pflanzen im Frühling geteilt werden sollten. Wird Schnittlauch nämlich nicht regelmäßig verkleinert, wachsen die Halme immer kleiner und zögerlicher. Und: Wer Schnittlauch vor allem für den Verzehr ernten will, sollte die Blütenstängel regelmäßig entfernen. Für dekorative Zwecke kann die Pflanze allerdings ruhig Blüten treiben.

Schnittlauch ist eine Lauchart und nicht wirklich ein Küchenkraut. Trotzdem findet Schnittlauch Verwendung als solches und verfeinert viele Speisen mit einem frischen und gleichzeitig markant-pikanten Geschmack. Ein Klassiker ist Schnittlauch auf Rührei oder auf belegten Broten mit Frischkäse. Schnittlauch verfeinert Räucherfisch und außerdem sämtliche Dips auf Majonäse- oder Frischkäse-Basis. Wer die Pflanze zu Hause säen und ernten möchte, benötigt einen feuchten Boden. Einfache Blumenerde genügt.


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Thymian: der Mutige

Thymian im Essen

Thymian hat ein sehr kräftiges Aroma

Was für ein Duft, was für ein Aroma! Dank seines würzigen, bitter-süßen Geschmacks gehört Thymian zu den Klassikern unter den mediterranen Gewürzen. Neben dem echten Thymian bzw. Gartenthymian gibt es übrigens über 100 andere Sorten. Er passt hervorragend zu Knoblauch-, Oliven-, Auberginen-, Tomaten-, Paprika- und Zucchinigerichten. Außerdem besitzt Thymian eine verdauungsfördernde Wirkung, was ihn zum idealen Begleiter von schweren und fettigen Speisen wie Schmorfleisch, Wild, Lamm, dunkles Geflügel, Kochwürste und Aal macht.

Achtung: Getrockneter Thymian hat die dreifache Würzkraft von frischem Thymian! Das winterfeste Kraut mag wie alle mediterranen Pflanzen einen sonnigen Standort und einen nährstoffarmen, durchlässigen Boden. Er lässt sich daher auch wunderbar auf der Fensterbank in der Küche oder auf dem Balkon züchten. Auch Thymian gehört zu den Lippenblütlern und wächst als Strauch bzw. Halbstrauch. Er kann zum Würzen aber auch zum Räuchern genutzt werden. Thymian schmeckt etwas süßlich, bitter und eignet sich für Fisch, Fleisch, Soßen, Marinaden und Salate. „Thymos“ bedeutet übrigens Kraft und Mut. Angeblich haben in der Antike römische Soldaten Thymianaufgüsse erhalten, bevor sie in die Schlacht zogen.
Beim frischen Thymian werden die Blätter vom Stiel gezogen und in Suppen, Soßen oder Marinaden hinzugefügt. Besonders gut passt das Kraut zu Schmorgerichten, in Spaghettisoßen (z.B. Bolognese oder Napoli) sowie in Ratatouille. Eine andere sehr leckere Rezeptidee, bei der Thymian sich sehr gut entfalten kann, sind Antipasti. Wie bei allen anderen Kräutern entfaltet es sich außerdem in Olivenöl.
Thymian kann man ganz einfach zu Hause im heimischen Kräutergarten wachsen lassen. Am besten, die Erde ist luftig, locker und kalkhaltig. Zu viel Wasser ist dagegen nicht zu empfehlen. Thymian wächst in einer trockenen Umgebung, sodass er auch Dürreperioden mühelos überlebt. Nach der Erntezeit (bis August) reicht es aus, die Pflanze etwas zu stutzen, damit im nächsten Sommer wieder ordentlich wachsen kann.  

Petersilie: Tradition aus dem heimischen Garten

Kochen mit Petersilie

Petersilie ist genial in Suppen

Grün, lecker, glatt oder kraus – Petersilie, auch Peterle genannt, ist das Universalgewürz in unserer Küche. Kein Wunder, mit seinem süßlich-würzigen Aroma und seiner leichten Schärfe passt das zweijährige Kraut nahezu zu allen Speisen, wie zum Beispiel Suppen, Saucen, Kartoffeln, Fleisch- und Fischgerichte. Dabei findet die Krause Petersilie vor allem in Deutschen Küchen Verwendung. Denn ihre Blätter schmecken nicht nur, sie sind auch robuster und werden daher häufig als Dekoration verwendet.

Die glatte Petersilie (auch Italienische Petersilie genannt) ist hingegen aromatischer und intensiver im Geschmack, aber eben auch empfindlicher. Sie wird schneller welk. Doch egal ob glatt oder kraus, Petersilie sollte immer frisch verzehrt werden. Durch Erhitzen verliert sie ihr Aroma und ihre schöne grüne Farbe. Frische Petersilie immer in ein feuchtes Küchentuch gewickelt im Kühlschrank lagern und möglichst innerhalb weniger Tage verbrauchen.

Sie kann ab März ausgesät werden. Dann ist jedoch Geduld gefragt, denn Petersilie wächst langsam. Die Samen benötigen zum Keimen ca. 4 Wochen. Nun sollten die Pflanzen in den Garten oder in einen mindestens doppelt so großen Topf umgepflanzt werden. Achtung: Nicht zu oft gießen! Die Blätter der Pflanze können anschließend zwischen Mai und Oktober geerntet, die Wurzel, die zum klassischen Suppengrün gehört und im Geschmack der Sellerie ähnelt, im Spätherbst geerntet werden.

Majoran: das Wurstkraut

Majoran im Garten

Frischer Majoran aus dem Garten

Da fast alle Würstchen in Deutschland Majoran enthalten, ist dieses würzige Kraut bei uns volkstümlich auch als „Wurstkraut“ oder „Leberwurstkraut“ bekannt. Majoran harmoniert dank seines aromatischen, etwas bitteren Geschmacks jedoch nicht nur hervorragend mit Leber oder Blutwurst, sondern eignet sich auch ausgezeichnet zum Marinieren und Braten von Fleisch und Co. Dabei gilt für Majoran, ähnlich wie beim Oregano: Getrocknet schmeckt er noch intensiver als frisch. Und, nicht zu lange mitgaren, sonst verliert dieser würziger Südländer sein Aroma und entfaltet einen zu bitteren Geschmack.

Gemahlener Majoran sollte überdies nicht verwendet werden, da er nur noch eine geringe Würzkraft besitzt. Übrigens lässt sich Majoran gut mit Chili, Knoblauch und Petersilie kombinieren. Um möglichst viele Aromastoffe zu erhalten, das Kraut nur einmal abspülen und anschließend gründlich trockenschütteln. Majoran stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und bevorzugt daher beim Anbau einen vollsonnigen Standort. Er blüht in der Zeit von Ende Juni bis September und sollte am frühen Morgen oder am späten Nachmittag geerntet werden, da sein Gehalt an ätherischen Ölen dann besonders hoch ist.

Der Oregano: der Wilde

Mit Oregano würzen

Zum Verwechseln: Majoran und Oregano sehen sich ganz ähnlich

Oregano oder auch „wilder Majoran“ bringt den Süden in unsere Küche. Das im Geschmack herb-würzige und leicht pfeffrige Kraut stammt aus dem Mittelmeerraum und ist ein absolutes Muss zu Pizza, Pasta, Muscheln, Fisch, Suppen, Salaten und sogar Scampi, Schmorgerichten und deftigem Schweinebraten. Oregano entfaltet seine intensive Würze am besten im getrockneten Zustand. Er sollte zudem mindestens 15 Minuten mitkochen oder garen, da sein Aroma erst durch die Hitze so richtig zur Geltung kommt.

Achtung: Oregano besitzt eine große Würzkraft, deshalb unbedingt sparsam verwenden. Lässt man übrigens getrockneten Oregano für eine halbe Stunde in etwas Wasser, Brühe oder Wein einweichen, erhält man das Maximum an Aroma. Beim Würzen verträgt sich Oregano mit allen mediterranen Kräutern wie zum Beispiel mit Thymian, Rosmarin und Lorbeer. Nur mit seinem Verwandten, dem Majoran, harmoniert er überhaupt nicht!

So, jetzt ab an den Herd und probiert die unterschiedlichen Kräuter aus!

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