Klassischer Gulasch mit Rindfleisch

(5 Bewertung: 4,80)

Hauptgericht | 11. Januar 2017 | Von

Zur kalten Jahreszeit passt ein leckerer Gulasch ganz fantastisch und mit diesem Rezept zeige ich euch, wie ihr ihn ganz einfach zubereitet. Ihr benötigt Rindfleisch, Räucherwaren, Gemüse und Geduld.

Gulasch mit Rindfleisch

So ein Gulasch schmeck, vor allem mit frischem Brot und Kräuterbutter

Die Herkunft von Gulasch

Bevor ich mit dem Rezept beginne, möchte ich kurz ein wenig zum Ursprung von Gulasch schreiben. Der Begriff stammt angeblich von dem ungarischen Wort Gulyás und bezeichnet einen Viehhirten. Laut eines Beitrags der Siebenbürgischen Zeitung heißt es:

“Die großen Viehherden von der Puszta waren Exportgut, und der größte Abnehmer für die von Ungarn getriebenen Rinder war die Stadt Nürnberg.”

Genau diese Viehhirte aus der Puszta waren es, die den berühmten ungarischen Gulasch zu uns brachten. Sie hatten in Nürnberg Stadtverbot, da sie des öfteren wohl in Schwierigkeiten gerieten und flink mit ihren Messern waren. Deswegen mussten sie für sich selbst sorgen und eben auch selber kochen. So haben sie diesen wundervollen Eintopf ins Leben gerufen. Später fand das Gulasch auch Einzug in das Soldatenleben und wurde zu einem traditionellen Kriegsessen. Ohne weit auszuholen: Gulasch ist eine Erfindung der Ungarn!

Die Zubereitung: So wird euer Gulasch richtig lecker!

Die richtig deftige Note im Gulasch kommt vor allem vom Räucherfleisch und Speck. Deswegen kommen in meinen Gulasch immer zwei Räucherwürste oder Cabanossi sowie eine oder zwei Speckschwarten hinein. Das Bauchfkeisch von der Schwarte trennen, da sie glibbrig wird und am Ende ohnehin rauskommt. Gemeinsam mit den Zwiebeln und dem Knoblauch haben wir so eine unschlagbare Kombination, die dem Gulasch viel deftiges Aroma abgibt.

Speck und Zwiebeln in Gulasch

Speck, Knoblauch und Zwiebeln machen euer Gulasch richtig deftig

Gulasch und Räucherwurst

Zusätzlich kommt eine geräucherte Wurst dazu. In diesem Fall waren es zwei Cabanossi

Speck und Zwiebeln anbraten

Speck, Wurst, Knoblauch und Zwiebeln anbraten

Vorsicht bei angebrannten Stellen

Ist alles gut angebraten, kommt die deftige Mischung zunächst in eine separate Schale. Achtung: Ganz wichtig ist es nun, das überschüssige Fett aus dem Topf gut abzutropfen, damit es nicht verloren geht. Nun den Topf mit einem Küchentuch gut saubermachen und angebrannte Stellen entfernen. Das ist besonders wichtig, da sie später das ganze Gulasch bitter machen können. An dieser kann bereits der erste grobe Fehler entstehen. Kleinere schwarze Stellen sind ok, größere bitte entfernen.

Das Rindfleisch

Jetzt folgt das Rindfleisch, welches im Vorfeld in mundgerechte oder sogar leicht größere Stücke geschnitten wurde. Da das Fleisch später ganz zart von der Gabel geht, braucht ihr euch um zu große Fleischteile keine Sorgen machen. Einen Schuss Öl in den Topf und wieder mit dem Braten weitermachen.

Rindergulasch

Bestes Rindfleisch, am besten vom Metzger oder der Frischetheke im Supermarkt

Das Gulaschfleisch kräftig anbraten und die Röstaromen schön mitnehmen. Jetzt wieder den Speck und die Zwiebeln aus dem ersten Bratvorgang hinzufügen.

Rindflsich braten

Rindfleisch gut anbraten

Warum das Fleisch separat braten?

Ich mache das deswegen, da ich ansonsten zu wenig Hitze auf alle Bestandteile verteilen würde und ich dadurch nur wenig Röstaromen erreiche. Wenn alles auf einmal in den Topf kommt, dann kocht es eher. Vielleicht liegt es an meinem Herd. Jedenfalls habe ich mit dem getrennten Braten die besten Erfahrungen gemacht.

Gemüse: viel Paprika, Kartoffeln und Zwiebeln

Im nächsten Schritt kommt das kleingeschnittene Gemüse in unser Schmorgericht. Ich beschränke mich stets auf Kartoffeln und Paprika. Zwiebeln sind bereits angebraten. Wenn es um die Menge geht, halte ich mich nicht an bestimmte Regeln. Hauptsache, diese drei Gemüsesorten kommen rein. Mindestens eine große Gemüsezwiebel ist Pflicht. Dann kommen so drei Kartoffeln und zwei rote sowie eine gelbe Paprika dazu. Den kleinen Feuerkick spendiert stets eine scharfe Peperoni aus eigenem Anbau.

Jetzt alles mit Salz und Pfeffer würzen. Danach ain paar ganze Pfefferkörner, zwei Rosmarinzweige und zwei Lorbeerblätter hinzufügen. 1 – 2 EL Tomatenmark geben dem Gericht noch etwas Säure, die später mit etwas Zucker ausgeglichen wird. Genauso habe ich diesmal Cherrytomaten genommen, die nochmal ihren Saft abgeben. Das Gemüse mit dem Fleisch glasig anbraten und die Mischung mit einer Flasche trockenem Rotwein ablöschen.

Gulssch mit Rotwein ablöschen

Mit einer Flasche Rotwein ablöschen und das Gulasch einreduzieren lassen

Gulasch braucht Zeit: die Reduktion

Seid ihr bis hierhin gekommen, habt ihr eine Pause verdient. Denn nun arbeitet das Gulasch ganz von selbst und reduziert ein. Wichtig ist, dass ihr den Herd runterstellt und auf mittlerer bis geringer Garstufe köcheln lasst. Das ist wichtig, denn so brennt nichts an und die Geschmacksstoffe haben Zeit, sich zu verteilen und zu verbinden. Die Zwiebeln und die Kartoffeln sorgen außerdem dafür, dass sich das Gericht gut bindet. Ihr braucht also auch keine Soßenbinder oder Mehl.

Achtung: Geratet nicht in Unruhe, wenn euch beim Probieren das Gulasch zu sauer vorkommt oder noch nicht schmeckt. Das ist an diesem Punkt ganz normal. Ihr solltet nur nicht den Fehler machen, jetzt groß mit Salz und Zucker zu spielen. Das Gulasch regelt das von selbst. Lasst das Gericht nun für zwei Stunden reduzieren und rührt hin und wieder um. Ihr seht also, hier lauert die zweite Gefahr bei der Zubereitung. Geduld ist eben sehr wichtig.

Gulasch reduzieren

Das Gulasch hat an Flüssigkeit verloren und das Fleisch ist butterzart

 

Gulasch rezept kochen

Das sieht doch super aus! Die Speckschwarten vor dem Servieren entfernen

Die Beilagen zum Gulasch: Brot reicht!

Eigentlich braucht ihr zum Gulasch keine großen Beilagen anzubieten, da alles Sättigende im Topf ist. Alleine die Kartoffeln sind kräftig genug. Unerlässlich ist dagegen das Brot und hier bin ich Fan eines selbstgebackenen Dinkelbrotes, dessen Rezept ihr hier nachlesen könnt. Dazu empfehle ich eine selbstgemachte Kräuterbutter, etwas Chiliflocken und grobes Meersalz. Ha, und natürlich darf der gute Schluck Wein nicht fehlen. Ich serviere zu Gulasch immer einen trockenen Rotwein der besseren Sorte.

Beilagen für Gulasch

Als Beilagen empfehle ich selbstgebackenes Brot, Kräuterbutter und Meersalz

Weinempfehlung: Monchiero Barbera d’ Alba Superiore 2014

Ein kräftiger Rotwein ist ideal. Meine Empfehlung ist der Monchiero Barbera d’ Alba Superiore 2014. Er zeichnet sich durch seine angenehme Säure und vielfältigen Geschmacksrichtungen aus. Dem einen schmeckt es nach Kirschen, einem anderen nach Kaffee. Ich bereue nix, zum Gulasch ist er eine tolle Wahl! Und ja, ein wenig Werbung darf man ja wohl machen.

Monchiero Rotwein

Weinempfehlung: Monchiero Barbera d’ Alba Superiore 2014

Die wichtigsten Fragen zum Gulasch

Welches Fleisch eignet sich am besten?

Beim Gulasch werden alle Zutaten sehr lange geköchelt. Dadurch wird das Fleisch sehr weich und zerfällt. Das gilt sowohl für Rindfleisch als auch für andere Fleischsorten. Deswegen ist es in Bezug auf die Zubereitung irrelevant, sich über die Fleischsorte zu unterhalten. Aber bitte, bitte nicht die zarten Filets vom Rücken verwenden! Meistens wird das Fleisch aus der Hüfte genomen, das sehr fasrig und muskulös ist. Übrigens sind uns stramme Fasern völlig egal, da sie vollends zerkochen.

Wie lange kocht Gulasch?

Je länger und öfter, desto besser. Ein traditioneller Gulascheintopf steht gerne seine 6 bis 8 Stunden auf dem Herd. Das ist nicht übertrieben. Wichtig ist, dass nicht mehr als auf kleiner Hitze gekocht wird. Es gibt durchaus Rezepte, die nur 2 Stunden fordern. Hier ist es dann wichtig, dass das Fleisch weich genug ist. Also achtet darauf, welches Fleischstück ihr bekommt. Am besten, ihr sagt eurem Metzger Bescheid. Das beschriebene Gericht hat von 11 Uhr bis 16 Uhr auf dem Herd gestanden. Dann habe ich es eine Stunde auf dem Balkon abkühlen lassen und nochmal aufgewärmt.

Warum schmeckt Gulasch am nächsten Tag intensiver?

In der Ruhe liegt die Kraft. Ein richtiger Eintopf (und dazu zählt nicht nur Gulasch) sollte möglichst eine Nacht im Kalten verweilen. Durch das Abkühlen verbinden sich die einzelnen Geschmacksstoffe mit einander und das Gulasch schmeckt dann deutlich stärker, intensiver und viel runder. Probiert es aus, es lohnt sich. Wer es eilig hat, kann den Eintopf abkühlen lassen und dann direkt nochmal erhitzen.

Wie lange hält sich Gulasch?

Wenn er lecker ist, dann nicht so lange 🙂 In der Regel hält sich Gulasch bis zu einer Woche im Topf. Im Sommer würde ich den Topf auf jeden Fall kühl lagern. Gulasch eignet sich aber auch gut zum Einfrieren. Dann hält er sich natürlich nochmal deutlich länger.

Klassischer Gulasch mit Rindfleisch
Rezept für klassisches Rindergulasch
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Gesamtzeit
Kochzeit
5H
Zubereitungszeit
Zubereitungszeit
1H
Kochzeit
5H
Gesamtzeit
Zutaten für 4 Personen
  1. 1,5 kg Rindergulasch (Fleisch von der Hüfte)
  2. 2 Räucherwürste oder Cabanossi
  3. 2 Stücke Bauchspeck
  4. 1 Gemüsezwiebel
  5. 4 - 6 Kartoffeln
  6. 4 Knoblauchzehen
  7. 2 Rote Paprika
  8. 1 Gelbe Paprika
  9. 200 g Cherrytomaten
  10. 2 Chili (scharf)
  11. 3 EL Tomatenmark
  12. Salz
  13. Pfeffer
  14. Pfefferkörner
  15. 3 Lorbeerblätter
  16. Rosmarin (frisch)
  17. 0,7 l trockener Rotwein
  18. 0,25 l Wasser
Zubereitung
  1. Speck, Zwiebeln, Wurst und Knoblauch anbraten
  2. Rindfleisch separat anbraten und danach mit dem Rest vermischen
  3. Kartoffeln (mit Schale), Paprika, Tomaten hinzufügen
  4. Mit Wein ablöschen
  5. 2 bis 3 Stunden reduzieren und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken
  6. Weitere 2 Stunden köcheln und dann abkühlen lassen
  7. Vor dem Servieren aufwärmen (am besten am Folgetag)
Von
Food Blaster http://foodblaster.com/

Kommentare

  1. Leave a Reply

    Küchensachen
    12. Januar 2017

    Ein toller informativer Beitrag und ein grandioses Rezept für Gulasch! Es sieht wirklich super lecker aus!! <3
    Viele Grüße,
    Kathi

  2. Leave a Reply

    Steffen Porbst
    24. Mai 2017

    Hallo,
    Das ist ja mal ein super langer und ausführlicher Beitrag! Mag ich sehr gerne, da man ein “normales” Rezept überall einfach nachschlagen kann.
    Gulasch gehört für mich zur Creme dela Creme der Hausmann`s Kost dazu. Kann jede Hausfrau, doch ein richtig gutes nur wenige!

    Werde dein Rezept auf jeden Fall ausprobieren. 😉
    Vielen Dank & Beste Grüße
    Steffen

    • Leave a Reply

      Artur Jagiello
      24. Mai 2017

      Hi,

      vielen Dank! Das Lob geht runter wie Öl 🙂 Ich hoffe, es schmeckt dir genauso wie mir.

      LG
      Artur

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