Bild: eine neapolitanische Pizza

Neapolitanische Pizza: Die Perfekte Mischung aus Tradition und Geschmack

von Artur Jagiello
16 Minuten Lesezeit

Die Neapolitanische Pizza ist eine der traditionsreichsten und beliebtesten Pizzavarianten der Welt. Ursprünglich aus der italienischen Stadt Neapel stammend, hat sie im Laufe der Jahrhunderte die Herzen von Pizza-Liebhabern erobert. Diese einzigartige Köstlichkeit zeichnet sich durch ihre charakteristischen Merkmale aus: den weichen und fluffigen Teig, ihren dicken und hohen Rand, die aromatische Tomatensauce und frischen Zutaten.

In diesem Artikel werden wir uns in die Welt der Neapolitanischen Pizza begeben, ihre Geschichte erkunden, die Kunst des Backens verstehen.

Titelbild: eine neaploitanische Pizza
Eine klassische Pizza Neapolitana mit ihren dicken, fluffigen Rand und frischen Zutaten

Die Geschichte der Neapolitanischen Pizza

Wie wir auf Wikipedia lesen, wird die Pizza seit dem 18. Jahrhundert mit einer simplen Kombination aus Olivenöl, Tomatenscheiben und aromatischen Kräutern wie Oregano oder Basilikum verfeinert. Ursprünglich stammt sie aus Süditalien, wo die Tomate an Popularität gewann.

Doch der Name „Pizza“ ist vermutlich sogar älter als das, was wir heute kennen. Bereits die apulische Pizza pugliese oder die kalabresische Pitta inchiusa enthielten seit jeher klassische Zutaten wie Hefeteig, Olivenöl, Zwiebeln, Salz oder sogar Schweineschmalz.

Pizzafladen und Focaccia in der Antike

Ähnliche Fladenbrote wie die ligurische Focaccia waren bereits in der Antike weit verbreitet und ähneln der Pizza sehr.

Aufgrund der hohen Temperaturen, die zum Backen einer Pizza erforderlich sind, war es den wenigsten Haushalten möglich, sie selbst zuzubereiten. Daher wurde sie ursprünglich vorbereitet und ungebacken zum örtlichen Bäcker gebracht.

Erst später entwickelte sich ein eigener Handwerkszweig der Pizzamacher, der sogenannte „Pizzaiolo“, der den Teig eigenhändig herstellte und nach Belieben belegte.

Bild von einer Pizza im Steinofen
Eine Pizza wird unter sehr hohen Temperaturen gebacken – am besten am Feuer im Steinofen

Der erste Pizzabäcker: Raffaele Esposito in der Pizzeria Brandi

Am 11. Juni 1889 wurde in Neapel eine bemerkenswerte Pizza kreiert. Der Bäcker hieß Raffaele Esposito und er arbeitete in der berühmten Pizzeria Brandi. Es wird erzählt, dass er beauftragt wurde, König Umberto I. und seiner Frau Margherita eine einzigartige Pizza zu servieren. Raffaele Esposito soll dabei seine patriotische Ader gezeigt haben, indem er die Zutaten in den italienischen Nationalfarben anordnete: Basilikum (grün), Mozzarella (weiß) und Tomaten (rot).

Diese legendäre Kreation wurde als „Pizza Margherita“ bekannt und ist bis heute eine der berühmtesten und beliebtesten Varianten, wenn nicht sogar die weltweit am verbreitetste. Seitdem findet ein Siegeszug der Pizza durch alle Länder statt.

Steintafel zum 100. Jubiläum der Pizza Margerita
Steintafel zum 100. Jubiläum der Pizza Mergerita in der Pizzeria Brandi in Neapel

Die Pizza im 19. Jahrhundert

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Pizza dank italienischer Auswanderer in vielen Ländern Europas und auch in den Vereinigten Staaten. Im Oktober 1937 wurde in Frankfurt am Main ein bedeutender Meilenstein erreicht: Auf dem damaligen Festhallengelände im Rahmen der 7. Internationalen Kochkunst-Ausstellung bei der Messe Frankfurt wurde erstmals eine Pizza zubereitet.

Den Anfang in Deutschland machte dann Nicolino di Camillo (1921–2015), als er im März 1952 die erste Pizzeria unter dem Namen „Sabbie di Capri“ in Würzburg eröffnete. Von dort aus breitete sich die Pizza wie ein Siegeszug in ganz Deutschland aus.

Die Pizza ist eine kulinarische Evolution

Die Pizza ist nicht nur ein schmackhaftes Gericht, sondern auch ein Produkt der kulinarischen Evolution. Von ihrer einfachen Ursprungsform in der Antike bis hin zu den vielfältigen Variationen und Belägen, die wir heute kennen, hat sie eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen.

Heute erlebt die Pizza Neapolitana einen neuen Hype, der nicht zuletzt durch das starke Aufkommen der sozailen Medien beschleunigt wird. Viele junge PizzabäckerInnen aus aller Welt haben großen Gefallen an der neapolitanischen Variante gefunden und eröffnen am laufenden Band immer neue und hippe Pizzaläden, die durch ihre außergewöhnlichen Beläge und die Vielfalt der Zutaten eine weitere Entwicklungsstufe der „Pizza-Evolution“ schaffen.

Pizza Napoletana heute: Boom durch Social Media

Heutzutage erfreut sich die Neapolitanische Pizza weltweit sehr großer Beliebtheit. In Deutschland gibt es zahlreiche Pizzerien, die sich der Tradition verschrieben haben und authentische Neapolitanische Pizza servieren. Neben den traditionellen Zubereitung gibt es auch moderne Interpretationen, die kreative Beläge und innovative Techniken bieten. Den meisten Umsatz machen jedoch die Pizzaketten, allen voran „Domino’s“ mit über 300 Betrieben und mehr als 200 Millionen Euro Umsatz.

Heute feuern Plattformen wir Instagram oder TikTok die Kunst des Pizzabackens nochmal deutlich an. Alleine unter dem Hashtag #pizzaneapolitana finden sich bei Instagram über 2.490.000 Beiträge. Auch TikTok bietet eine große Bühne für das italienische Nationalgericht.

Hier einmal mein eigenes TikTok dazu:

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Die Charakteristika der Neapolitanischen Pizza

Kommen wir nun zu den Merkmalen der Pizza aus Neapel. Diese unterscheidet sich nämlich von anderen Pizzavarianten durch einzigartige Charakteristika:

  1. Der Teig wird ausschließlich aus hochwertigem und proteinreichen Mehl (Tipo 00), Wasser, Hefe und Salz hergestellt und per Hand ausgerollt. Das Besondere ist dabei die lange Fermentationszeit, die der Teig erhält. So wird er nicht selten 48 Stunden gehen gelassen, damit er langsam immer mehr Aroma entwickelt. Der Teig wird in der Regel im Kühlschrank oder einem kühlen Ort aufbewahrt.
  2. Die Tomatensauce besteht aus den besten San-Marzano-Tomaten, die in der Region um den Vesuv angebaut werden. Der Belag besteht wiederum aus frischem Mozzarella und hochwertigen Zutaten wie frischem Gemüse, Olivenöl und Meeresfrüchten.
  3. Die Backzeit im Steinofen beträgt nur wenige Minuten. Gleichzeitig geht der Teig, aufgrund seiner langen Ruhezeit und den vielen Luftblasen, sehr schnell auf und erhält so seine charakteristische fluffige Form mit dem dicken Rand.

Wie ihr einen solchen Teig am besten zubereitet, habe ich euch in meinem Rezept für eine selbstgemachte Pizza beschrieben.

Bild mit Pizza Teiglingen oder Rohlinen
Pizza Rohlinge auf einem gefetteten Backblech

Welches Mehl eignet sich für Pizza?

Die Wahl der richtigen Mehlsorte ist der Schlüssel für eine perfekte Pizza. Unter den zahlreichen Mehlsorten ragen vier besonders hervor, die sich bei Pizzaliebhabern großer Beliebtheit erfreuen:

Das königliche Tipo 00

Das Pizzamehl „Tipo 00“ zeichnet sich durch seine exklusive Herstellung aus hochwertigem Weizen mit einem hohen Proteingehalt aus. Es präsentiert sich als helles und feines Weizenmehl, ähnlich dem Ausmahlungsgrad des Weizenmehls Typ 405. Dennoch zeigt es im Vergleich zu Letzterem einen reduzierten Stärkegehalt.

Mit einem idealen Proteingehalt von 14% und einer bemerkenswert hohen Wasseraufnahme von mindestens 60% bietet dieses Mehl beste Voraussetzungen für eine ausgedehnte und schonende Teiggärung von 1-3 Tagen.

Das Endergebnis: Ein außerordentlich aromatischer Geschmack und ein herrlich luftiger Boden, der trotz einer kurzen Backzeit entsteht. Diese Mehsorte kommt bei den allermeisten Pizzabäkern zum Einsatz und eignet sich außerdem auch zur Nudelherstellung. Hier ein Beitrag für selbstgemachte Tagliatelle mit dem Tipo 00.

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Das klassische Weizenmehl in Deutschland

Das klassische Weizenmehl ist ebenfalls ein bewährter Favorit in der Pizzawelt! Mit seinem mittleren Proteingehalt ist dieses Mehl gut für die meisten Pizzateige geeignet. Es verleiht der Pizza eine goldbraune, knusprige Kruste und einen zarten, luftigen Teig. Seine vielseitige Anwendbarkeit macht es zu einem unverzichtbaren Begleiter für Pizzaliebhaber, die den zeitlosen Geschmack einer traditionellen Pizza schätzen.

Wichtig ist, dass ihr ein Mehl mit relativ hohem Proteinanteil sucht. Ab 13g Eiweiß spricht man von backstarkem Mehl.

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Glutenfreies Mehl für Pizza

Und zu guter Letzt, das glutenfreie Mehl – ein wahrer Segen für glutenempfindliche Genießer! Aus einer ausgewogenen Mischung glutenfreier Getreidesorten gewonnen, zaubert dieses Mehl eine knusprige und luftige Kruste, die dich in den glutenfreien Pizzahimmel entführt. Ich bin froh, dass es heutzutage deutlich mehr Optionen für glutenfreie Zutaten gibt als noch vor 10 Jahren. Eine wirkliche Top-Empfehlung für glutenfreies Mehl ist das hier:

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Gesundheitliche Aspekte der Neapolitanischen Pizza

Während die Neapolitanische Pizza zweifellos ein kulinarisches Vergnügen ist, sollten wir auch die gesundheitlichen Aspekte berücksichtigen. Wie bei allen Mahlzeiten kommt es auf die Balance an. Die Verwendung hochwertiger Zutaten und der Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe machen die Pizza gesünder als viele Fast-Food-Optionen.

Allerdings sollten Pizza-Liebhaber auch auf die Portionsgröße achten, da sie kalorienreich sein kann. Wer hier ein wenig Fett reduzieren möchte, kann auch fettarme Mozzarella oder gar komplett auf den Käse verzichten. So eine Pizza ohne Käse lässt sich nämlich wunderbar mit frischem Ruccola oder Tomaten belegen. Ein weneig frisch geriebener Parmesan bringt dann den nötigen Käsegeschmack. Da man nur wenige Gramm des Parmesan benötigt, ist die Gesamtanzahl an Kalorien am Ende deutlich geringer als beim Mozzarella.

Ein weiterer gesundheitlicher Aspekt ist die Bekömmlichkeit: Die lange Gärung des Teiges sorgt für eine bessere Verträglichkeit und damit für weniger Beschwerdenbei Menschen mit empfindlichem Darm.

Faszinierende Fakten über Neapolitanische Pizza

  • Wusstet Ihr, dass die längste jemals gebackene Pizza der Welt tatsächlich eine Neapolitanische Pizza war? Im Jahr 2016 erreichte eine gigantische Pizza eine Länge von beeindruckenden 1,853 Kilometern und brach damit den Guinness-Weltrekord.
  • Ein weiterer erstaunlicher Fakt ist, dass die Kunst des Pizza-Backens von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit ernannt wurde. Dies unterstreicht die kulturelle Bedeutung und den Stolz, den die Neapolitanische Pizza für die Menschen in Neapel und darüber hinaus verkörpert.
  • Die teuerste Pizza der Welt kostet 8.300 Euro. Sie kommt aus Salerno in Italien und wird dort ausschließlich von ihrem Erfinder, Renato Viola, und auch nur auf speziellem Wunsch zubereitet.
  • Im Jahr 2001 wurde der russischen Raumfahrtagentur mehr als eine Million Dollar bezahlt, um eine sechs Zoll große Pizza zur Internationalen Raumstation zu liefern. Der russische Kosmonaut Yuri Usachov hatte die Ehre, die erste Person zu sein, die eine Pizza-Lieferung während seines Aufenthalts in der Umlaufbahn erhielt.
  • Die erste nordkoreanische Pizzeria wurde 2009 eröffnet. Angeblich war Kim Jong-il sehr vernarrt in Pizza, so sehr, dass er italienische Pizzaköche nach Pyongyang einfliegen ließ, um ihnen das Handwerk beizubringen. Enttäuscht von der Umsetzung der neuen erlernten Fähigkeiten, ließ er später Vertreter nach Neapel und Rom fliegen, um ihre Ausbildung fortzusetzen, bevor die große Eröffnung stattfand.

Schlusswort und die Zukunft der Neapolitanischen Pizza

Die Frage nach der Zukunft der Neapolitanischen Pizza beschäftigt viele Liebhaber dieser köstlichen Spezialität. Während einige befürchten, dass die zunehmende Kommerzialisierung und Modernisierung die Authentizität der Pizza beeinträchtigen könnten, sind andere optimistisch.

Die Neapolitanische Pizza ist weit mehr als nur ein Gericht – sie ist ein kulturelles Erbe, ein Symbol der italienischen Küche und eine Verbindung zu den Traditionen vergangener Zeiten. Ihre einzigartige Kombination aus einfachen Zutaten, hochwertiger Zubereitung und authentischer Geschichte machen sie zu einer der beliebtesten Pizzasorten weltweit.

Die wachsende Nachfrage nach traditionellen Lebensmitteln und handwerklicher Zubereitung hat dazu geführt, dass viele Pizzerien sich auf ihre Wurzeln besinnen und die ursprüngliche Rezeptur und Methode bewahren.

Junge Pizzabäckerinnen und -bäcker haben es in der Hand. Themen wir nachhaltige Zutaten und energieschonende Küche sind Themen der Zukunft und werden auch das Pizzahandwerk beeinflussen. Auch der Veganismus ist stark im Vormarsch, wodurch alternative Produkte für Käse und Fleisch immer häufiger zum Einsatz kommen werden.

Wir können sehr gespannt sein, welche Variationen in Zukunft auf den Tellern landen. Die Zukunft der Neapolitanischen Pizza mag ungewiss sein, aber eines steht fest: Die Liebe und Begeisterung für dieses kulinarische Meisterwerk werden nie verblassen.

Häufig gestellte Fragen rund um die Pizza Neapolitana

Was macht eine Neapolitanische Pizza einzigartig?

Die Neapolitanische Pizza ist einzigartig aufgrund ihres weichen Teigs, der aromatischen Tomatensauce und der Verwendung hochwertiger Zutaten wie frischer Mozzarella und regionaler Produkte.

Woher stammt die Neapolitanische Pizza?

Die Neapolitanische Pizza stammt aus der italienischen Stadt Neapel und hat ihre Wurzeln im 18. Jahrhundert.

Was ist der Unterschied zwischen einer Neapolitanischen Pizza und anderen Pizzavarianten?

Im Gegensatz zu anderen Pizzavarianten wird die Neapolitanische Pizza nur aus wenigen, hochwertigen Zutaten hergestellt und per Hand zubereitet, um ihre authentische Textur und Geschmack zu bewahren.

Welche Weinsorte passt am besten zu einer Neapolitanischen Pizza?

Ein leichter Rotwein oder ein frischer Weißwein harmoniert hervorragend mit dem Geschmack der Neapolitanischen Pizza und rundet das kulinarische Erlebnis perfekt ab. Zu empfehlen sind Chianti oder ein frischer Weißwein wie ein Pinot Grigio.

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